Fachgruppe Communication Infrastructures
Leitender Fachgruppe: Philipp Büchi, Eraneos Switzerland AG
Die Fachgruppe Communication Infrastructure konnte auch in diesem Jahr dank des engagierten Einsatzes unserer Mitglieder wertvolle Impulse für den fachlichen Austausch, die Vernetzung sowie die Weiterentwicklung der Branche setzen. Unsere Fachsitzungen boten eine Plattform für vertiefte Diskussionen, technologische Einblicke und praxisnahe Erfahrungsberichte. Ein besonderer Dank gilt der Yotasys AG sowie der Reichle & De-Massari AG für ihre Gastfreundschaft bei unseren Treffen sowie für die spannenden Einblicke in ihre Arbeit und Produktion.
Inhaltlich standen Resilienz, Sicherheit, Nachhaltigkeit sowie Skalierbarkeit noch stärker im Zentrum als im Vorjahr. Die Anforderungen an moderne Kommunikationsinfrastrukturen wachsen stetig: Einerseits durch zunehmende Abhängigkeiten von vernetzten Prozessen und Cloud-Services, andererseits durch neue regulatorische Erwartungen.
Schwerpunkte lagen unter anderem auf dem Ausbau und der Weiterentwicklung der Glasfaserinfrastruktur in der Schweiz – mit Weitblick auf die Anforderungen der nächsten zehn Jahre. Gleichzeitig wurde betont, dass leistungsfähige Kommunikationsnetze nur im Zusammenspiel von Festnetz und Mobilfunk entstehen. In diesem Kontext diskutierten wir auch, wie Mobilfunkinfrastrukturen durch neutrale Infrastruktur-Provider zusätzlich unterstützt und betrieben werden könnten.
Ein weiteres Thema war der Einsatz Künstlicher Intelligenz zur Analyse von Funksignalen. Daraus ergeben sich vielfältige Anwendungsmöglichkeiten – von Diagnostik und optimiertem Netzbetrieb bis hin zu Fragestellungen rund um Schutz und Sicherheit.
Für das kommende Jahr planen wir, den fachlichen Austausch zu aktuellen und zukünftigen Herausforderungen weiter zu intensivieren und gezielt neue Schwerpunkte zu setzen: Sichere und resiliente Netze, energieeffizienter Betrieb von Infrastrukturen, der weitere Ausbau von Glasfaser und Mobilfunk sowie die Vorbereitung auf kommende Technologiezyklen. Die Fachgruppe Communication Infrastructures bleibt damit ein entscheidender Akteur für die Weiterentwicklung einer zukunftsfähigen, leistungsstarken Kommunikationsinfrastruktur als Fundament der digitalen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft in der Schweiz.
Fachgruppe Data Center Infrastructure
Leitende Fachgruppe: David Stoller, Connect Com AG / Roger Weber, Genuel AG / Stefan Bossard, Bossard Implement & Support GmbH
Die Fachgruppe Data Center Infrastructure hat sich in den vergangenen Jahren als führende Netzwerkplattform für Datacenter und Infrastruktur in der Schweiz etabliert. Die Mitgliederzahl wächst kontinuierlich: Mittlerweile zählen über 70 Unternehmen mit rund 100 Expertinnen und Experten zur Fachgruppe, die sich aktiv engagieren und den Austausch innerhalb der Branche mitgestalten.
Auch im Jahr 2025 standen zentrale Themen im Fokus der Aktivitäten. Besonders intensiv diskutiert wurden Fragen rund um Security, die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Datacenter, die mögliche Strommangellage sowie Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Diese Themen prägen die Branche weiterhin stark und werden auch künftig eine wichtige Rolle im fachlichen Austausch der Fachgruppe spielen.
Im vergangenen Jahr fanden drei Treffen statt:
Beim Frühjahrsanlass bei Connect Com standen zukunftsweisende Themen wie KI-Datacenter sowie Quantensicherheit und Quantencomputing im Mittelpunkt. Die inspirierenden Referate gaben wertvolle Einblicke in technologische Entwicklungen und deren Bedeutung für die Branche. Beim anschliessenden Stehlunch nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit für intensive Fachgespräche und einen lebendigen Austausch.
Der Sommeranlass führte die Fachgruppe zu Green nach Dielsdorf. Dort wurden unter anderem die Auswirkungen des Stromausfalls in Portugal sowie das Innovationsmanagement bei BEDAG diskutiert. Ein besonderes Highlight war die Besichtigung der modernen Rechenzentrumsräume, die den Teilnehmenden einen eindrücklichen Einblick in aktuelle Infrastruktur- und Betriebskonzepte bot.
Im Herbst traf sich die Fachgruppe bei ABB Schweiz in Schaffhausen. Die Präsentationen beleuchteten die Herausforderungen des Produktionsstandorts Schweiz, die aktuelle geopolitische Lage sowie die Initiative «Mission to Zero» am Standort Schaffhausen. Zusätzlich stellte Pascal Iselin von SCS das Projekt «Datacenter auf Rädern» vor, während das Bundesamt für Energie (BFE) die Ergebnisse seiner Studie zur Temperaturoptimierung in Datacentern präsentierte. Eine exklusive Werksbesichtigung rundete auch diesen Anlass ab und ermöglichte spannende Einblicke hinter die Kulissen.
Auch im Jahr 2026 wird die Fachgruppe den fachlichen Austausch zu aktuellen und zukünftigen Herausforderungen weiterführen. Ziel bleibt es, neue Impulse für Innovation und Nachhaltigkeit in der Branche zu setzen und den Dialog zwischen den verschiedenen Akteuren zu stärken. Damit bleibt die Fachgruppe ein wichtiger Treffpunkt im Schweizer Datacenter-Umfeld. Der persönliche Austausch an unseren Sitzungen ist für alle Beteiligten sehr wertvoll, und wir freuen uns schon jetzt auf weitere spannende Treffen und gutes Networking.
Arbeitsgruppe Digital Experience Circle
Leitender Arbeitsgruppe: Hansjürg Inniger, Securiton AG
Überblick
2025 stand im Zeichen konkreter GenAI-Anwendungsfälle und der Vertiefung unseres praxisnahen Austauschs. Wir führten drei Halbtages-Meetings durch: Im März mit IBM-Cases, im Mai mit Zühlke-Beispielen und im September mit Reflexion der Positionierung sowie weiteren Praxisfällen.
Inhalte und Ergebnisse
Im März diskutierten wir unter anderem den «VBZ Email Butler», GenAI-gestützte Patch-Orchestrierung sowie Einblicke in Enterprise-AI-Skalierung. Die Cases zeigten messbare Produktivitätsgewinne und klare Pfade zur Einführung in grossen Organisationen. Im Mai präsentierte Zühlke Industrie-Use-Cases (Qualitätssicherung, Stammdaten-Optimierung) mit erklärbarer KI und nutzerzentriertem Vorgehen – direkter Mehrwert durch Effizienzsteigerung und Datenqualität. Ergänzend beleuchteten wir SAP-Hackathon-Beispiele (Budgetierung, Dokument-Automatisierung, Datenqualität, Post-Processing), die den Transfer in Unternehmensprozesse illustrieren. Im September wurden verschiedenste GenAI Anwendungsfälle eingebracht und diskutiert. Zudem bestätigte die Gruppe die Positionierung und definierte den nächsten Themenschwerpunkt.
Alle Treffen wurden physisch durchgeführt. Unser besonderer Dank gilt den Firmen IBM, Zühlke Engineering AG und Stimmt AG für ihre Gastfreundschaft.
10-Jahre-Jubiläum
Zum zehnjährigen Bestehen würdigten wir den vertrauensvollen Rahmen, die schlanke, wirksame Struktur (max. 20 Mitglieder, drei Meetings pro Jahr) und die Grundsätze für gezieltes Wachstum. Die Rede unterstrich «echte End-to-End-Cases», die Vertrauensbasis und eine gezielte Erweiterung um wenige technikaffine Stimmen. Gerne verdanken wir der Stimmt AG das Sponsoring und Hosting vom Jubiläumsapéro im November.
Schlussfolgerungen und Ausblick
2025 hat gezeigt: GenAI entfaltet Wirkung, wenn sie an reale Workflows andockt, Governance und Datenqualität mitdenkt und interdisziplinär eingeführt wird. Für März 2026 ist ein physisches Meeting zu «Sustainability» geplant und wir freuen uns auf den weiteren Austausch in unserem Fachgremium.
Fachkommission Grossanwender
Koordination Fachkommission: Christian Grasser, asut
In der Fachkommission Grossanwender treffen sich ICT-Experten grosser Schweizer Unternehmen und Organisationen zum Erfahrungsaustauch über aktuelle Praxisthemen rund um Netzwerk-Technologien, Infrastruktur und Digitalisierung. An vier Treffen wurden Anwendungsmöglichkeiten von Private5G-Netzen besprochen, Use-Cases für die eID in Wirtschaft und Verwaltung diskutiert sowie Erfahrungen zu AI-Anwendungen ausgetauscht. Eindrücklich war der Besuch des Medienzentrums des Bundes in Bern und die Gespräche mit den Expertinnen und Experten von Radio und Fernsehen.
Fachgruppe Jugendmedienschutz / STUM
Leitender Fachgruppe: Michael In Albon, Swisscom AG
Jugendschutz-Regelung
Das Berichtsjahr 2025 war geprägt von den Vorarbeiten und den ersten Projektphasen rund um die Erarbeitung einer Jugendschutzregelung, die das Gesetz zum Jugendmedienschutz in Film und Videogames (JSFVG) von den unterschiedlichen Branchenteilnehmenden einfordert. Die asut und die Fachgruppe STUM hat von Beginn weg die Initiative des Vereins «Jugendschutz in den Medien (JIM)» begrüsst. JIM hat im Sommer eine breite Vernehmlassung eines Vorgehens unter den unterschiedlichen Branchenbereichen (Rechteinhaber, Distributoren, Kinos, in- und ausländische VoD-Anbieter) durchgeführt und am 24. April 2025 in Zürich den Verein FJSR aus der Taufe gehoben. Dieser Verein nimmt sich nun bis Ende 2026 der Aufgabe an, eine für alle Beteiligten und den Gesetzgeber funktionierende Jugendschutz-Regelung zu formulieren, die anschliessend durch den Bundesrat ins Recht gesetzt werden soll.
FJSR und STUM
Die Mitglieder-Unternehmen der Fachgruppe STUM sind durch Sunrise und Swisscom in den Gremien und Arbeitsgruppen des FJSR vertreten, zudem ist Christian Grasser als Geschäftsführer der asut zugleich im Vorstand dieses Vereins. Dadurch können die Anforderungen und Erwartungen der VoD-Anbieter aus der Schweiz wirkungsvoll in die Debatten eingeführt werden.
Ausblick
Die verschiedenen Interessen der unterschiedlichen Branchenteile in der Filmwirtschaft sind in weiten Teilen kongruent, in einzelnen Punkten mussten und müssen belastbare Kompromisse gefunden werden. Der Gesetzestext bedarf an einigen Stellen zudem einer Präzisierung und Interpretation, die der FJSR in engem Austausch mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen BSV vorantreibt. Die Mitglieder des breit aufgestellten Vereins sind durch den Willen, eine pragmatische und den gesetzlichen Vorgaben folgende Lösung zu finden, geeint und die bisherigen Ergebnisse stimmen zuversichtlich.
Insbesondere in der Auslegung bestimmter gesetzlicher Bestimmungen hat sich in den ersten Monaten der Arbeit des Vereins gezeigt, dass die Abklärungen mehr Zeit in Anspruch nehmen als angenommen. Auch das BSV hat konzediert, dass bestimmte Prozesse im Zuge der bundesinternen Vernehmlassung länger dauern werden. Aus diesem Grund wird es nun erst gegen Ende 2026 und damit kurz vor Frist möglich sein, dem Bundesrat die Jugendschutzregelung zur Inkraftsetzung vorzulegen.
Fachkommission Normen
Leitender Fachkommission Normen: Dominik Müller, asut
Leitende Arbeitsgruppe CS4: Neviana Nikoloski, Sonova Communications AG
Für Schweizer Unternehmen ist der schnelle und einfache Zugang zu den Normen wichtig, wenn sie im raschen Wandel den Anschluss nicht verlieren wollen. Aufgrund der weiterhin steigenden Relevanz der Digitalisierung für alle Wirtschaftszweige nehmen gerade im ICT-Bereich die Normungsaktivitäten deutlich zu. Die Fachkommission nimmt eine wichtige Koordinations- und Normungsaufgabe wahr und agiert als Plattform/Drehscheibe sowie Schnittstelle für KMU.
Im Rahmen der Eidgenössischen Normenverordnung vertritt die asut als «National Standardization Organisation» (NSO) gemeinsam mit der Kommission Normen CS4 die Interessen der Schweiz bei der Standardisierung im Telekombereich. Sämtliche Aufgaben gemäss Normenverordnung konnten von der asut umfassend erfüllt werden. Die Leiterin der Arbeitsgruppe CS4, Neviana Nikoloski von Sonova Communications AG, ist Mitglied im ETSI Vorstand und dadurch hat die Fachkommission Zugang zu aktuellen Informationen aus erster Hand. Zudem ist Neviana Nikoloski in weiteren nationalen sowie internationalen Gremien tätig und damit eine wichtige Unterstützung für alle Schweizer Unternehmen.
Ein strategisch zentrales Thema im Jahr 2025 – mit unmittelbarer Relevanz auch für die Schweiz – war die zunehmende Verlagerung der europäischen Standardisierung in ein stärker politisches und regulatorisch geprägtes Umfeld. Die laufende Revision der EU-Standardisierungsverordnung (EU 1025/2012) sowie weitere digitale und industriepolitische Initiativen der Europäischen Union führen zu steigenden Erwartungen an ETSI als europäische Normungsorganisation.
Vor diesem Hintergrund betont ETSI ausdrücklich, dass eine stärkere politische Einbettung nicht zu einer Politisierung der technischen Normungsarbeit führen darf. Die Generalversammlung hat klar festgehalten, dass die technische Qualität, Marktneutralität und Konsensorientierung der Normungsprozesse zentrale Erfolgsfaktoren bleiben. Politische Zielsetzungen sollen nicht unmittelbar in technische Inhalte übersetzt werden, sondern über klar definierte, transparente sowie regelkonforme Prozesse Eingang in die Normungsarbeit finden. Strategisch ist diese Abgrenzung von zentraler Bedeutung, um die Glaubwürdigkeit und internationale Akzeptanz der ETSI-Standards zu wahren.
Inhaltliche Schwerpunkte lagen auf neuen Standards für 6G, auf Daten- und KI-Technologien sowie auf Cyber- und Informationssicherheit. ETSI lancierte neue Gremien, darunter das Technical Committee DATA für Datenlösungen sowie ein Technical Committee für Quantentechnologien. Zudem unterstützte ETSI aktiv die Umsetzung europäischer Rechtsakte wie Data Act, Data Governance Act und Cyber Resilience Act.
Fachkommission Recht
Leitender Fachkommission: Andreas Meier, Sunrise
Anfang Jahr hat sich die Fachkommission Recht mit dem indirekten Gegenvorschlag (Änderung des Kernenergiegesetzes) zur Volksinitiative «Jederzeit Strom für alle (Blackout stoppen)» auseinandergesetzt. Die verlässliche, bedarfsgerechte und preiswerte Stromversorgung ist aus der Sicht der Fachkommission Recht von eminenter Bedeutung, damit Kommunikationsdienste und Cloudservices jederzeit erbracht werden können. Weiter teilt sie die Ansicht des Bundesrates, dass die Dekarbonisierung, insbesondere in den Bereichen Mobilität und Gebäude, sowie die Digitalisierung zu einer Zunahme des Stromverbrauchs in der Schweiz führen werden. Die Fachkommission Recht betonte, dass digitale Technologien einen gewichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten, indem sie zu effizienteren Anwendungen und damit zur Einsparung von CO2-Emissionen beitragen (so benötigen z.B. moderne 5G-Netze weniger Strom als die bisherigen Mobilfunkgenerationen). Abschliessend betont die Fachkommission Recht die Bedeutung von Technologieoffenheit für innovative Lösungen, um die zukünftige Energieversorgung der Schweiz jederzeit zu sichern.
Im Frühling 2025 hat sich die Fachkommission Recht mit der Teilrevisionen zweier Ausführungserlasse zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (VÜPF, VD-ÜPF) befasst. Die Vorlage sieht vor, die Kategorien der Fernmeldedienstanbieterinnen (FDA) und der Anbieterinnen von abgeleiteten Kommunikationsdiensten (AAKD) neu zu regeln. Dies wurde grundsätzlich begrüsst, da die Umsetzung der Regelung zu Mitwirkungspflichtigen in den vergangenen Jahren unbefriedigend war. Die Fachkommission Recht kam jedoch zum Schluss, dass die Vernehmlassungsvorlage ihr Ziel verfehlt, da der Entwurf zwar zu einer Zunahme der Anzahl betroffener Unternehmen führen würde, jedoch nicht zu einer klareren Definition bei den AAKD, betreffend die Frage welche Dienste in den Geltungsbereich der Fernmeldeüberwachung fallen. Begründet wurde diese Einschätzung auch durch den Umstand, dass die Vorlage in ihrer Ausgestaltung der gesetzlichen Grundlage im BÜPF widerspricht. Weiter wurde die unverhältnismässige Ausweitung der betroffenen Unternehmen, die fehlende Definition der AAKD in der Vorlage sowie damit verbundene unklare Auswirkungen im Geschäftskundenbereich bemängelt. Vor diesem Hintergrund sprach sich die Fachkommission Recht ablehnend gegenüber der Teilrevision aus und forderte weitgehende Anpassungen, um eine gesetzeskonforme Umsetzung der Fernmeldeüberwachung sicherzustellen.
Im Sommer hat sich die Fachkommission Recht mit dem neuen Bundesgesetz über die Förderung des Ausbaus der Breitbandinfrastrukturen (Breitbandförderungsgesetz) befasst. Mit der Gigabitstrategie verfolgt der Bundesrat das Ziel, dass Bevölkerung und Wirtschaft landesweit mit noch schnellerem Internet versorgt werden sollen. Damit soll sichergestellt werden, dass zukünftig alle Kreise von den Chancen der Digitalisierung profitieren können. Gleichzeitig soll ein Stadt-Land-Graben hinsichtlich der Nutzung der Digitalisierung verhindert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, schlägt der Bundesrat mittels Breitbandförderungsgesetz ein Förderinstrument vor. Die Fachkommission Recht stand diesem Ansatz grundsätzlich positiv gegenüber, betonte jedoch auch, dass Aufbau und Ausbau der Hochbreitbandnetze weiterhin marktgetrieben und in einem Wettbewerbsumfeld erfolgen soll - wie es die Vorlage vorsieht.
Ende Jahr hat sich die Fachkommission Recht mit den Änderungen der Verordnung über Fernmeldedienste (FDV) beschäftigt. Die Teilrevision verfolgt das Ziel, den Notrufzugang in der Schweiz zu modernisieren, barrierefrei auszugestalten und an europäische technische Standards anzupassen. Die vorgeschlagenen Massnahmen – darunter die Einführung der neuen Kurznummer 142 für die Opferhilfe, die Umsetzung von NG eCall 112, die Erreichbarkeit der Notdienste über Real Time Text (RTT) sowie die Ausdehnung der Leitweglenkung auf weitere Hilfs- und Beratungsdienste – wurden von der Fachkommission Recht grundsätzlich begrüsst. Auch die unentgeltliche Erreichbarkeit dieser Dienste sowie die Präzisierungen zu Standortidentifikation und Rufnummernanzeige, erachtet die Fachkommission Recht als sinnvolle Schritte zur Stärkung der Notrufinfrastruktur. Die Fachkommission Recht hat jedoch auch betont, dass die neuen Anforderungen nicht durch die Fernmeldedienstanbieterinnen allein erfüllt werden können, sondern End-to-End-Lösungen, die über Netze, Endgeräte und Einsatzleitsysteme hinweg abgestimmt sein müssen. Entsprechend plädierte die Fachkommission Recht für eine verhältnismässige und praktikable Umsetzung, wobei die Verpflichtungen an die technische Machbarkeit geknüpft sein müssen. Ausserdem plädierte die Fachkommission Recht für ausreichende Umsetzungsfristen und betonte, dass es für die FDA entscheidend ist, dass sämtliche relevanten Informationen und Dokumente vor Fristbeginn vorliegen.
Arbeitsgruppe Smart Energy
Leitender Arbeitsgruppe: Jörg Weyermann, esolva ag
Die Arbeitsgruppe Smart Energy befasst sich mit aktuellen Entwicklungen der Energiebranche. Auch 2025 bildeten fachlich starke Referate, der Austausch unter den Teilnehmenden sowie ein offener Diskurs die Grundlage der Sitzungen. In jeder Sitzung informierte der Arbeitsgruppenleiter zusätzlich über Neuigkeiten aus der Energiebranche.
Die erste Sitzung im März fand bei der Swistec Systems AG in Fehraltorf statt. Swistec präsentierte ein Referat zum Thema Smart Grid mit Fokus auf Herausforderungen und technische Entwicklungen im Verteilnetz. Ergänzend zeigte Meonet GmbH im Referat zum Flexibilitätsmanagement die Bedeutung flexibler Verbraucher und dezentraler Erzeuger für die Netzstabilisierung. Beide Beiträge führten zu interessanten Diskussionen und verdeutlichten den hohen Stellenwert dieser Themen.
Im Juni war die Fachkommission bei der Supercomputing Systems AG (SCS) in Zürich zu Gast. Maurus Bachmann, Geschäftsführer des Vereins Smart Grid Schweiz, zeigte auf, wie viel erneuerbare Energie bis 2050 zusätzlich produziert werden muss und welche Auswirkungen dies auf die Netze hat. Zudem stellte SCS neue IoT‑Richtlinien vor, die einen vertieften Einblick in industrielle Anforderungen und technologische Entwicklungen boten.
Die dritte Sitzung im Oktober fand bei Landis+Gyr in Cham statt. Nach der Unternehmensvorstellung durch Christian Zaugg, Head of Business Unit Switzerland, folgte ein praxisnahes Referat zu «NB‑IoT Connectivity und Erfahrungen in Smart‑Meter‑Rollouts». Der Erfahrungsbericht gab wertvolle Einblicke in technische Herausforderungen und Erfolgsfaktoren der IoT‑Kommunikation im Feld.
Alle Sitzungen waren geprägt von angeregten, teils kontroversen Diskussionen. Diese Vielfalt ist ein zentraler Mehrwert der Fachkommission und zeigt, wie stark die behandelten Themen sowohl die Energie‑ als auch die Telekombranche bewegen. Der Austausch fördert die Vernetzung und stärkt die inhaltliche Qualität der Gruppe.
Arbeitsgruppe Smart Mobility
Leitender Arbeitsgruppe: Alexander Lehrmann, Sunrise GmbH / David Stoller, Connect Com AG
Die Arbeitsgruppe umfasst gegen 50 Mitglieder. Im 2025 hat sich die Arbeitsgruppe zweimal getroffen.
Die erste Sitzung im März durften wir bei der SBB-Zugkontrolleinrichtung (ZKE) in Luzern durchführen. Die Kollegen von der SBB zeigten eindrücklich, welche zentrale Rolle die ZKE für die Bahnsicherheit einnimmt. Die ZKE überwacht technische Anlagen, Alarme und sicherheitsrelevante Systeme im Bahnnetz. In ihrer Alarmzentrale werden Störungen erkannt und koordiniert bearbeitet, damit der Zugverkehr jederzeit sicher und zuverlässig aufrechterhalten werden kann.
Parallel dazu wurde die Arbeit am technischen Arbeitspapier fortgeführt, das aufzeigt, welche Anforderungen Kommunikationsnetze erfüllen müssen, damit teleoperiertes Fahren möglich wird.
Folgende Fragen sollen beantwortet werden
- Welche Anforderung stellen teleoperierende Fahrzeuge an die Kommunikationsnetze (Bandbreite, Latenz, Abdeckung)?
- Ist die bestehende und zukünftige Kommunikationsinfrastruktur ausreichend?
- Was wäre die Minimalanforderung an ein mobiles Breitbandnetz?
Die inhaltliche Ausarbeitung erfolgte dabei in mehreren Sitzungen eines Kernteams.
Im November wurde die Sitzung der Arbeitsgruppe von mybuxi gehostet. Dabei wurde unter anderem ein Statusbericht zum Arbeitspapier über die Anforderungen an teleoperiertes Fahren präsentiert. In einem anschliessenden gemeinsamen Brainstorming erarbeiteten wir eine Übersicht offener rechtlicher Fragestellungen, bei welchen für die zukünftige Umsetzung des teleoperierten Fahrens noch Klärungsbedarf mit den zuständigen Regulatoren besteht.
Der Austausch an den Treffen ist für alle Teilnehmende wertvoll. Wir freuen uns auf weitere spannende Meetings und sind für neue Mitglieder offen.
Fachkommission Sustainable ICT
Leitung Fachkommission: vakant
Aufgrund Vakanz der Leitung der Fachkommission fanden 2025 keine Aktivitäten statt.
Fachgruppe Telephony & Services
Leitender Fachgruppe: Urs Lehmann, ABB Schweiz AG
Die Fachgruppe Telephony & Services hat im Jahr 2025 die bestehende Meetingstruktur mit fünf Remote-Meetings beibehalten. Die Themen wurden jeweils an einem Freitagmorgen in einem rund einstündigen Teams-Call besprochen.
Einerseits bereiteten einzelne Gruppenmitglieder Themen oder Anwendungsfälle vor und präsentierten diese – etwa wie die Alarmierung für Betriebsnothelfer, Gebäudeevakuierungshelfer sowie für Notfallorganisationen in einem Unternehmen neu umgesetzt wurde. Andererseits ergaben sich Diskussionen häufig aus aktuellen Fragestellungen einzelner Mitglieder, wobei der Erfahrungsaustausch innerhalb der Gruppe jeweils sehr geschätzt wurde. In diesem Rahmen behandelten wir unter anderem Themen wie E-SIM-Angebote, WLAN versus 5G in Bürogebäuden, Starlink im Business-Umfeld, Smartphone-Management über Apple Business Manager beziehungsweise Android Zero Touch sowie Contact Center Lösungen und Services.
Auch im neuen Jahr planen wir, diese Freitagmorgen-Teams-Calls weiterhin alle zwei Monate durchzuführen. Die Agenda bleibt bewusst offen gestaltet, damit aktuelle Themen der Mitglieder jederzeit eingebracht und gemeinsam diskutiert werden können.
Abschliessend danken wir allen Expertinnen und Experten für die engagierte Mitarbeit sowie die konstruktive und offene Zusammenarbeit. Sind Sie, geschätztes Mitglied, an der Mitarbeit in einer Fachgruppe interessiert, dann melden Sie sich bitte bei der Geschäftsstelle der asut.