Echo aus den Arbeitsgruppen

Fachgruppe Communication Infrastructures

Leitender Fachkommission: Philipp Büchi, AWK Group AG

Das Jahr 2021 war wie schon das Vorgängerjahr für das aktive Networking und die Durchführung von physischen Fachgruppensitzungen und somit den fachlichen Austausch nicht optimal. Trotzdem war die Fachgruppe nicht untätig und hat die Thematik einer einheitlichen IoT-Ready-Grundinfrastruktur für Immobilien aktiv diskutiert und in der Kerngruppe weitergetrieben. Neben der Grundlagenarbeit zur Erarbeitung von standardisierten Anwendungsmöglichkeiten wurden Trends für verschiedene Kommunikationsarten von IoT-Geräten im Rahmen einer Umfrage in der Industrie analysiert.

Die Relevanz der Kommunikation für zukünftige und innovative Infrastrukturen/Immobilien treibt die Arbeit der Fachgruppe bereits seit längerem an. Dass die verschiedenen Kommunikationstechnologien und Branchenplayer durch die Mitglieder der Fachgruppe breit vertreten sind, ermöglicht eine diversifizierte Sicht sowie konstruktive Diskussionen zu aktuellen Themen. Dabei steht nicht die Technologie, sondern der Nutzen resp. der Business Case für Kundinnen und Kunden und die Nutzung der Infrastruktur im Zentrum. Durch die laufend höheren Anforderungen an Konnektivität, Sicherheit, Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit sowie die Trends und technologischen Entwicklungen entstehen nicht nur neue Möglichkeiten, sondern auch Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.

Die Fachgruppe Communication Infrastructures ist ein wichtiger Pfeiler für die Erreichung der strategischen Ziele der asut, insbesondere für die Schaffung der Grundlagen für die Bereitstellung und den Betrieb einer modernen Kommunikationsinfrastruktur in der Schweiz. Eine performante Kommunikationsinfrastruktur als essenzielle Basisinfrastruktur bildet die Grundlage für Wirtschaft und Forschung in der Schweiz und somit für deren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg. Sie ist Voraussetzung für die rasch zunehmenden Verknüpfungen und Interaktionen zwischen Menschen, Infrastrukturen, Systemen und Dingen. Neue Bedürfnisse erfordern neue Dienstleistungen und Produkte, die teilweise auch auf völlig neuen Businessmodellen beruhen.

Ausblick: Um diese Ziele weiterhin verfolgen zu können, wird sich die Fachgruppe auch im aktuellen Jahr dem Fokusthema IoT-Ready widmen und die erarbeiteten Resultate publizieren. Dabei ist das Ziel, die angesprochenen Stakeholdergruppen zu erreichen und die Branche zu sensibilisieren.

 

Fachgruppe Data Center Infrastructure

Leitende Fachgruppe: Stefan Bossard, Swiss Re Management Ltd., David Stoller, Connect Com AG und Roger Weber, Genuel AG

Wiederum durften wir auch im vergangenen Jahr mehrere neue Mitglieder in der Gruppe begrüssen. Das Fachgremium umfasst inzwischen über 60 Unternehmen mit 78 Mitgliedern aus dem Bereich Datacenter (DC). Dieser Personenkreis bildet einen interdisziplinären Kompetenzpool und bündelt somit Expertenwissen für den DC-Markt. Die Fachgruppe unterstützt die Standortförderung und die Lancierung von Best Practices für DC-relevante Themenkreise.

Im Jahr 2021 hat sich die Fachgruppe zwei Mal getroffen, davon einmal physisch. Das Meeting im März wurde per Teams online durchgeführt. Folgende Themen standen auf der Agenda: Ein Referat des Bundesamtes für Energie (BFE) zum Thema «Transparenz von CO2-Intensität anhand DC-Lastprofilen» und Infos aus der asut.

Das Treffen im November konnte unter Einhaltung des Schutzkonzeptes bei der Firma Connect Com AG in Rothenburg physisch durchgeführt werden. Folgende Themen wurden präsentiert und diskutiert: Datenschutz und internationale Datentransfers aus rechtlicher und technischer Sicht sowie Input und Diskussion zum Cloud-Projekt Gaia-X. Zudem wurde unter den Gruppenmitglieder eine Umfrage betreffend Wünschen für die Schwerpunkthemen 2022 durchgeführt.

Die Schwerpunktthemen 2021 sowie das Förderprogramm Pueda+ und das Label für effiziente und grüne Rechenzentren (SDEA) wurden an beiden Meetings thematisiert.

Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen und können sich bei der Fachgruppenleitung oder der asut gerne melden.

 

Arbeitsgruppe Digital Experience Circle

Leitender Fachkommission: Hansjürg Inniger, Securiton AG

2021 war digital ein bemerkenswertes Jahr. Auch wir sind auf die neue «Normalität» eingeschwenkt und haben uns online getroffen.

Am 27. Januar 2021 haben wir uns zu Sprach-Interfaces und Bots ausgetauscht. Einen Einblick in die Sprachsteuerungsthematik bei Swisscom mit den Herausforderungen der Schweizer Dialekt-Erkennung ermöglichte uns Armin Ledergerber (Swisscom AG). Marcel Truempy (Google) bot uns Impressionen aus der Google-Welt und beschrieb, welche Use Cases bei Bots funktionieren und welche weniger.

Der 5. Mai 2021 stand unter dem Motto von Smart Contract, Blockchain und wie diese Einzug in die Praxis halten. Der Auftakt erfolgte durch Mario Schmuziger und Roland Ringgenberg (Zühlke Engineering AG) mit dem Vortrag «Decentralized Platforms & Ecosystems». Der Gastreferent Daniel Rutishauser (Inacta AG) aus dem «Crypto-Valley» in Zug, zeigte uns seine sehr aufschlussreiche Perspektive zur Thematik Blockchain auf.

Am 30. September 2021 standen «Richtlinien» im Zentrum der Diskussion. Einerseits organisierte Christian Grasser den Gastreferenten Christian Laux (LAUX LAWYERS AG), der einen Vortrag zum Datenschutz aus der Praxis mit Collaboration und IoT hielt. Andererseits nahm uns Alois Sauter (Ergon Informatik AG) auf einen Ausflug zu Drohnen-Richtlinie mit, insbesondere im Business-Umfeld.

Selbstverständlich kamen bei jedem Meeting die Diskussion und das Einbringen von Mitgliedererfahrungen nicht zu kurz. Dieser rege Austausch ist einer der Hauptnutzen der Fachkommission Digital Experience Circle.

2021 konnten wir erneut einen Vertreter der ABB für uns gewinnen. Zoltan Gal (Global Service Sales Manager Power Protection) wird seine Digitalisierungserfahrungen in die Gruppe einbringen. Ebenso konnten wir mit der Stimmt AG, vertreten durch Dr. Stefan Leuthold (CEO, Partner), ein neues Mitglied aufnehmen. Damit in der Fachkommission der soziale Austausch wieder den verdienten Raum erhält, planen wir, uns im laufenden Jahr wenn möglich wieder physisch zu treffen.


Arbeitsgruppe EOL 2G

Leitender Fachkommission: Jürg Steiner, Swiss Securitas Group

2021 hat Swisscom ihr 2G-Netz mit der GSM Voice Technologie sowie den Datendiensten CSD, GPRS und EDGE ausser Betrieb genommen. Sunrise betreibt als einziger Operator in der Schweiz die 2G-Technologie noch bis Ende 2022 weiter. Auch Sunrise legt den Fokus auf 4G und 5G, weshalb das verfügbare Spektrum für 2G minimiert wird (dynamische Spektrumszuweisung auf Basis der 2G-Nutzung).

Von der Swisscom 2G-Abschaltung waren auch Sonderanwendungen in der Industrie betroffen. Diese 2G-Übermittlungen von Maschine zu Maschine (M2M) waren für die Migration auf internationale Technologielieferanten angewiesen. Heute sind diese Produkte verfügbar, noch vor wenigen Jahren jedoch zeigten die Technologielieferanten wenig Interesse am Technologiefahrplan der Swisscom und führten kaum Produkte mit 4G im Portfolio.

Die 2G-Abschaltung der Swisscom ging insgesamt ohne grosse Schwierigkeiten bei den Anwendern über die Bühne. Zu verdanken ist dies der proaktiven Information und Unterstützung durch Swisscom, aber auch dem grossen Einsatz aller Player am Markt bei der Migration von Sonderanwendungen.

Die Arbeitsgruppe EOL 2G hat die betroffenen Branchen und Bereiche bei der Migration der 2G-Technologie mit einer gemeinsamen Plattform und einem offenen Austausch unterstützt und mit den Providern Lösungen für die Migration erarbeitet.

Im Jahr 2021 hat sich die Arbeitsgruppe einmal getroffen, um den gesamten Prozess der 2G-Abschaltung zu analysieren. Die Arbeitsgruppe wurde mit dem Treffen am 30. April 2021 aufgelöst.

 

Fachkommission Bildung

Leitende Fachkommission: Anja Bouron, FFHS

Die Aktivitäten der Fachkommission Bildung wurden gegen Ende des Jahres nach einer längeren Pause wieder aufgenommen. Bei der Zusammenkunft vom 10. November unter der neuen Leitung ging es insbesondere um die Findung der Themen, die die Arbeit des Gremiums im kommenden Jahr bestimmen sollen. Zwei Themen wurden den Mitgliedern bereits im Vorfeld zur Auswahl vorgeschlagen und am Meeting durch fachliche Inputs von Alain Gut, IBM, und Prof. Dr. Markus Dormann, FFHS, fachlich vertieft.

Alain Gut zeigte in seinem Referat eindrücklich die Veränderung des Arbeitsmarktes durch die Digitalisierung auf und welche Konsequenzen sich daraus für die Fachkräftestruktur abzeichnen. Die Förderung der digitalen Kompetenzen werden zum Schlüsselthema für Firmen und Schulen und die Nachfrage nach lebenslangem Lernen und der Erneuerung von Fähigkeiten steigen.

Der Input von Markus Dormann umfasste einen Überblick zu Instructional Design, einem immens wichtigen Aspekt im e-Learning, der massgeblichen Einfluss auf den Erfolg einer digitalen Bildungsform hat. Der Anstieg an e-Learning durch die Pandemie (ob erzwungen oder nicht), der Fortschritt der digitalen Technologien und neue Ansätze wie Design-Thinking erfordern einen erhöhten Bedarf an ein angepasstes Lerndesign – sowohl in Bildungsinstitutionen als auch in Unternehmen – und definiert die Rolle der Lehrenden/Trainer sowie die Zusammenarbeit über bestehende Instanzen/Departemente/Teams hinweg neu.

Das Ziel der Fachkommission ist es, die Digitalisierung in der Bildung zu fördern. Die beiden oben genannten Themen betrachten unterschiedliche Aspekt dieser Zielsetzung. Die Diskussion ergab, dass sich das zukünftige Thema der Fachkommission Bildung primär an den Bedürfnissen der asut-Mitglieder orientieren und dabei v.a. die Anliegen der KMU in den Vordergrund stellen sollte.

Aus diesem Grunde wird im neuen Jahr eine Erhebung im Umfeld der asut-Mitglieder geplant, um zu identifizieren, wo sie sich die Unternehmen (im Kontext der Digitalisierung) in fünf Jahren sehen, welches ihre wichtigsten Herausforderungen sein werden und inwieweit Bildung dabei eine Rolle spielt. Ziel ist es, bis Mitte 2022 ein besseres Verständnis darüber zu erhalten, wie die FK Bildung den Mitgliedern im Bereich Bildung einen Mehrwert bieten kann.


Fachkommission Grossanwender

Koordination Fachgruppe: Christian Grasser, asut

In der Fachkommission Grossanwender tauschen sich rund ein Dutzend Vertreter grosser Unternehmen und Organisationen zu aktuellen Themen rund um IT und Kommunikations-Infrastruktur aus. Im vergangenen Jahr haben vier virtuelle Treffen stattgefunden. Im Zentrum der Treffen stand jeweils ein Fokusthema, in der Regel verbunden mit einem Impulsreferat.

Im März 2021 diskutierte die Fachkommission die Entwicklung von Inhouse-Versorgungen und Campus-Lösungen. Dabei zeigte Thomas Hainzel von Nokia Österreich detailliert die Unterschiede zwischen WiFi und 5G auf. Beim zweiten Treffen präsentierte Christopher Tighe, General Manager von Cisco Switzerland, einen Technology Outlook und stellte sich den Fragen der Fachkommission. Im September gab Prof. Beat Stettler von der Fachhochschule Ostschweiz einen Überblick, wie Software-Defined Networks die IT-Prozesse verändern und welche Herausforderungen auf die Unternehmen zukommen. Und zum Jahresende ermöglichte Lukas Bischofsberger von Anapaya einen Einblick in SCION und erklärte deren Funktionsweise sowie Use Cases.


Fachgruppe Jugendmedienschutz

Leitender Fachgruppe: Michael In Albon, Swisscom AG

Die Brancheninitiative Jugendmedienschutz der asut umfasst freiwillige Massnahmen, um Kinder und Jugendliche vor ungeeigneten Inhalten zu schützen und die Medienkompetenz zu fördern. Die Brancheninitiative steht nicht nur asut-Mitgliedern offen und wurde von asut gemeinsam mit Salt, Sunrise, Swisscom und UPC lanciert. 2021 wurde die Brancheninitiative überarbeitet. Die aktuelle Version trägt insbesondere den neuen Vorgaben aus dem Fernmeldegesetz und der dazugehörigen Verordnung Rechnung.

Im Zuge der Neuauflage 2021 konnten wir Quickline als neue Unterzeichnerin der Brancheninitiative gewinnen. Mit Quickline verpflichten sich somit eine Vielzahl von regionalen Glasfaser- und Kabelnetz-Anbietern zu einem aktiven und praktischen Jugendmedienschutz. Die breitere Abstützung der Brancheninitiative verhilft dem selbstregulatorischen Ansatz zu mehr Gewicht und Wirkung. Quickline wird in der Arbeitsgruppe durch Marc Loosli vertreten.

Im Herbst 2021 wurde asut zu einer Anhörung in der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates eingeladen. Zur Vorbereitung der Anhörung zum Jugendschutz-Gesetz haben sich Amazon und Netflix als grosse Abrufdienst-Anbieter in der Schweiz an den Diskussionen in der Fachgruppe beteiligt. Damit deckt die Position der Arbeitsgruppe einen noch breiteren Bereich der Branche ab.

National- und Ständerat haben sich 2021 erstmalig mit dem Gesetz für Jugendschutz im Film und in Videogames (JSFVG) auseinandergesetzt. Die Anliegen unserer Branche wurden im Nationalrat zur Kenntnis genommen und einige Punkte im Gesetz wurden entsprechend angepasst. Ganz neu ist zudem eine Regelung im Gaming-Bereich zum Aspekt der Micro-Payment-Mechaniken (Mikrotransaktionen).

asut und weitere wichtige Marktteilnehmer unterstützen weiterhin den koregluativen Ansatz des Gesetzes unter Einbezug der Branchen. Wir hinterfragen zugleich aber die Wirksamkeit einzelner Massnahmen und setzen uns in der weiteren Debatte für einen pragmatischen Jugendschutz ein.


Fachkommission Normen

Leitender Fachkommission Normen: Dominik Müller, asut
Leitender Arbeitsgruppe CS4: Josef Schmid

Für Schweizer Unternehmen ist der schnelle und einfache Zugang zu Standards und Normen wichtig, um im raschen Wandel den Anschluss nicht zu verlieren. Gerade im ICT-Bereich nehmen die Normungsaktivitäten aufgrund der steigenden Relevanz der Digitalisierung für alle Wirtschaftszweige deutlich zu (Digital Single Market, KI, IoT, eHealth, Sustinability, Industrie 4.0, Smart-Cities, Smart-Energy etc.). Die Fachkommission nimmt hier eine wichtige Koordinations- und Normungsaufgabe wahr und agiert als Plattform/Drehscheibe und Schnittstelle für KMU. Die aktive Beteiligung an der Erarbeitung von Normen und Standards versetzt sie in die Lage, zukünftige Entwicklungen frühzeitig in ihren eigenen Strategien zu berücksichtigen.

In Europa wird die Normung im ICT-Bereich durch das European Telecommunications Standards Institute (ETSI) sichergestellt. Im Rahmen der Eidgenössischen Normenverordnung vertritt die asut als «National Standardization Organisation» (NSO) gemeinsam mit der Fachkommission Normen CS4 die Interessen der Schweiz bei der Standardisierung im Telekombereich bei ETSI. Die Zusammenarbeit der asut mit ETSI ist sehr gut, unter anderem auch deshalb, weil eine Schweizer Vertreterin, Neviana Nikoloski, bis im November 2022 als Chair der ETSI General Assembly gewählt wurde.

Trotz der schwierigen Situation durch Covid-19 konnte die Normungstätigkeit dank leistungsfähigen Kommunikationsinfrastrukturen jederzeit aufrechterhalten werden.

Stärkung Strategische Partnerschaft National Standards Organization (NSO) – ETSI
Die NSOs sind die Schnittstelle von ETSI zu Unternehmen und Behörden in den einzelnen Ländern. Die NSOs wollen neben ihren Aufgaben in Bezug auf Vernehmlassungen und die Publikation von Standards die Rolle als Botschafter und Vermittler von ETSI stärker wahrnehmen, um die Normung bei den Unternehmen und Behörden besser zu verankern. Diese Funktion der NSOs haben bisher bei ETSI zu wenig Bedeutung erhalten. Daher haben einige NSO, darunter auch die asut, zuhanden der ETSI-Generalversammlung einen Antrag zur Stärkung der Partnerschaft zwischen ETSI und den NSOs eingereicht.

EN – Approval Procedure (ENAP)
ETSI prüft den Vernehmlassungsprozess hinsichtlich Dauer und Ablauf, um mit den schnellen technologischen Entwicklungsschritten mithalten zu können. Die Umfrage bei den National Standard Organization (NSO) kommt zu folgendem Schluss:

  • Eine effektive Verkürzung der Vernehmlassungsdauer ist kurzfristig schwierig
  • Eine Angleichung der Dauer an CEN/CENELEC-Verfahren wäre denkbar
  • Eine Verkürzung von «Public Enquiry + Vote» von 90 auf 84 Tage (d.h. 12 Wochen) / Vote 2 von 60 auf 56 Tage (d.h. 8 Wochen)
  • Parallel soll eine Verkürzung der Dauer der öffentlichen Konsultation bei der WTO geprüft werden.
  • 3GPP Meetings in Europa

Das Standardisierungsgremium 3GPP (3rd Generation Partnership Project) entwickelt die Spezifikationen und Normen der Mobilfunksysteme und aktuell des 5G-Standards. 3GPP ist eine Kooperation von sieben Standardisierungsorganisationen (SDOs): ETSI (Europa und Rest der Welt), ATIS (USA), ARIB und TTC (Japan), TTA (Südkorea), CCSA (China) und TSDSI (Indien). Die technischen Beiträge stammen von rund 2000 Expertinnen und Experten der vertretenen SDOs. ETSI stellt das 20-köpfige Sekretariat, das etwa 140 Sitzungen pro Jahr koordiniert und 100'000 Beitragsdokumente bearbeitet. Bis jetzt finden viele Meetings auf anderen Kontinenten statt. Um die europäische Normung zu stärken will ETSI ab 2022 mehr Meetings zu 3GPP in Europa durchführen.

 

Fachkommission Recht

Leitender Fachkommission: Marcel Huber, Sunrise UPC GmbH

In Bezug auf die laufenden Gesetzgebungsprojekte galt ein Fokus der Fachkommission dem Thema Datenschutz. Das Parlament hatte im Herbst 2020 das revidierte Datenschutzgesetz gutgeheissen, welches eine Angleichung an EU-Recht bezweckte. Aufgrund dessen folgte Mitte 2021 die Vernehmlassung zur revidierten Datenschutzverordnung. asut reichte in Koordination mit SWICO eine Stellungnahme ein, die vorwiegend darauf abzielt, dass die Verordnung nicht über die im revidierten Gesetz abgesteckten Grundsätze hinausgehen soll.

asut nahm zudem zur Änderung der Verordnung 2 zum Arbeitsgesetz Stellung und plädierte für die Modernisierung der Jahresarbeitszeitregelung in der Telekom-Branche, welche im Verordnungsentwurf von einer Flexibilisierung komplett ausgeschlossen war.

Schliesslich liess sich asut auch zur Teilrevision des Raumplanungsgesetzes vernehmen, wobei eine detailliertere Ausgestaltung der im Entwurf vorgesehenen Ausnahmebewilligungen ausserhalb der Bauzonen geforderte wurde.

Gemeinsam mit der Fachgruppe Jugendmedienschutz wurden auch die Entwicklungen rund um das neu geplante Bundesgesetz über den Jugendschutz in den Bereichen Film und Videospiele verfolgt. Da der Nationalrat die Vorlage nur mit zahlreichen Änderungen annahm, ist mit einer Behandlung durch den Ständerat erst in der Sommersession 2022 zu rechnen.

Im Bereich Mobilfunk beschäftigte sich die Fachkommission Recht mit dem Thema der sogenannten Härtung der Mobilfunknetze, womit das Funktionieren des Mobilfunknetzes bei Stromausfall sichergestellt werden soll. Dank intensivem Austausch mit den zuständigen Behörden konnte die Komplexität dieses Vorhabens erläutert werden, und es wurde erwirkt, dass vor Beginn der Vernehmlassung eines entsprechenden Verordnungsentwurfs eine vertiefte branchenweite Analyse (Machbarkeit und Kostenschätzung) durchgeführt wird.

Des Weiteren veröffentlichte asut im Frühling 2021 ein Positionspapier zu 5G-Cybersicherheit in der Schweiz. Dies im Vorfeld der angekündigten Fernmeldedienstverordnungsrevision über Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit von Informationen und von Fernmeldeinfrastrukturen und -diensten. Erfreulicherweise wurden Teile unserer Argumentarien im Anfang Dezember veröffentlichten Verordnungsentwurf berücksichtigt. Die Vernehmlassung läuft bis März 2022 und die Thematik wird die FK Recht somit auch im neuen Jahr beschäftigen.

 

Fachkommission Smart Energy

Leitender Fachkommission: Urs Imholz, GWF MessSysteme AG

Im Jahr 2021 hat die Fachgruppe Smart Energy dreimal getagt, wovon eine Sitzung auf Grund von COVID-19 virtuell abgehalten wurde.  An den Sitzungen wurde neben einem fachlichen Austausch über Themen der Energiewirtschaft jeweils verschiedene Inputreferate von Teilnehmenden der Fachgruppe gehalten. Im März 2021 wurde die 2. Auflage des Leitfadens Smart Energy@ICT publiziert, welcher am konkreten Beispiel von Betriebskonzepten aufzeigt, wie die ICT-Branche und die Elektrizitätswirtschaft optimal zusammenarbeiten, um smarte Energienetze zu ermöglichen. Im Nachgang zur Publikation wurde im Frühling ein Video mit einem Expertengespräch zwischen der Fachgruppe Smart Energy der asut und dem Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) produziert und veröffentlicht. Mitgewirkt haben Urs Imholz, Leiter der Fachgruppe Smart Energy, Markus Weber, Mitautor des Praxisleitfadens, und Michael Paulus vom VSE.

Das Fokusthema Big Data wurde in einer separaten Kerngruppe unter der Leitung von Christof Studer und Berat Fahrni konzeptionell vorbereitet. An der Sitzung vom November 2021 wurde jedoch entschieden, zuerst zu prüfen, ob das Thema im Rahmen von Smart City in einem grösseren Kontext für Kommunen weiterverfolgt werden soll. Da das Thema über Smart Energy hinausgeht, würde die Arbeitsgruppe hierzu lediglich einen Input zu Smart Energy liefern. Ziel wäre es, ein Dokument für Gemeinden zu veröffentlichen, welche ICT-Infrastrukturen finanzieren, um die Digitalisierung auf ihrem Gemeindegebiet auf das nächste Level zu bringen.

Im Dezember fand ein Austausch zwischen der asut und dem Bundesamt für Energie (BFE) statt. Das BFE verfolgt die Entwicklung eines nationalen Datenhubs für die Schweiz und sieht asut hier als möglichen Partner. Diesen Ball wird die Arbeitsgruppe aufnehmen und im nächsten Jahr thematisieren.


Arbeitsgruppe Smart Mobility

Leitender Arbeitsgruppe: Giulio Panzera, cablex AG

Nach einer längeren Pause traf sich die breit zusammengesetzte Arbeitsgruppe Ende Jahr wieder zu einem Face-to-Face-Meeting bei Swisscom in Bern. An ihrer Sitzung vom 25. Oktober zeigte Markus Van Heijningen von cablex in einem Inputreferat auf («Tunnels ausstatten, real und virtuell»), wie anhand von reinen Plandaten ein Querschlag eines Tunnels modelliert werden kann, in dem Daten zu Schulung, Datenverwaltung, Änderungsmanagement, Instandhaltung sowie der ganze Life Cycle des Bauvorhabens digital und intelligent hinterlegt sind. Andreas Kronawitter, Geschäftsführer von its-ch und Mitglied der Arbeitsgruppe, informierte über die wichtigsten Tätigkeiten von its-ch, insbesondere. über den Stand der Aktivitäten der Arbeitsgruppen von its-ch.

Das Kernteam der asut-Projektgruppe «Kommunikations-Infrastruktur für zukünftige automatisierte Mobilität» hat seine Arbeiten ebenfalls wieder aufgenommen. Stefan Brendel, Vorsitzender der Projektgruppe, erläuterte an der Sitzung nochmals die Zielsetzungen:

  • Welche Kommunikations-Infrastrukturen werden benötigt, um zukünftige, automatisierte Mobilität zu ermöglichen?
  • Welche Bedeutung haben die Netze respektive die Kommunikation für eine Automatisierung der Mobilität?
  • Welches sind die wesentlichen Zusammenhänge zwischen Kommunikationsinfrastrukturen und Mobilität?
  • Wann müsste welche Kommunikationsinfrastruktur/Netze für welchen Use Case zur Verfügung stehen?
  • Welche Chancen und Herausforderungen gibt es?
  • Welche Empfehlungen können, auf Basis der eingangs beantworteten Fragestellungen, gegeben werden?
  • An wen sind diese Empfehlungen gegebenenfalls zu adressieren?

Die Arbeiten werden im 2022 weitergeführt. Die Publikation der Resultate ist für das zweite Halbjahr 2022 vorgesehen. An einer Mitarbeit interessierte Mitglieder können sich bei der Geschäftsstelle oder beim Vorsitzenden melden.

 

Fachkommission Telephony & Services

Leitender Fachkommission: Urs Lehmann, ABB Schweiz AG

Das Fachgremium Telephony & Services hat im vergangenen Jahr (2021) keine Sitzungen abgehalten. Per Januar 2022 wurden die Aktivitäten wieder aufgenommen und Termine vereinbart.