asut-Bulletin
Jahresbericht 2018
Ausgabe
02/2019
Ein themen- und debattenreiches Jahr

Das vergangene Jahr war durch eine Vielzahl von politischen Debatten und Vernehmlassungen geprägt. Zuallererst natürlich die Revision des für unsere Branche so wichtigen Fernmeldegesetzes, bei der die asut transparent die unterschiedlichen Positionen zur Regulation der Glasfaserinfrastruktur aufgezeigt und sich vehement gegen neue Auflagen und Pflichten für die Fernmeldedienstanbieter gewehrt hat. Beispielsweise bei den Regelungen zur Netzneutralität oder zum Jugendmedienschutz. Im Rahmen der Revision des Urheberrechtes hat sich asut zudem gegen Einschränkungen beim Replay-TV ausgesprochen, da das zeitversetzte Fernsehen einem Kundenbedürfnis entspricht.

Ein zentrales Thema war 2018 die Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen für eine rasche Einführung der nächsten Mobilfunkgeneration 5G. Eine durch das Forschungsinstitut gfs.bern im Auftrag der asut durchgeführte repräsentative Umfrage zeigte, dass eine deutliche Mehrheit von 81 Prozent der Befragten eine Modernisierung der Mobilfunknetze begrüsst. Darüberhinaus würde eine knappe Mehrheit auch einer Erhöhung der Mobilfunkgrenzwerte zustimmen. Dabei ist sich die Bevölkerung möglicher Risiken bewusst, gewichtet aber den Nutzen einer guten Mobilfunkversorgung deutlich höher. Leider hat der Ständerat diese positive Einschätzung nicht geteilt und sich erneut gegen eine Anpassung der Anlagegrenzwerte in der NISV gestellt. Die Grenzwerte sind jedoch nur ein Aspekt der Problematik: Daneben kennt die Schweiz sehr restriktive Berechnungs- und Messmethoden und neue Technologien wie adaptive Antennen können gegenwärtig nicht sinnvoll verwendet werden. asut ist in der Folge beim Bundesrat und bei den zuständigen Bundesämtern vorstellig geworden und konnte die Problematik auch an einem Hearing der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrates erläutern. Als Resultat dieser Aktivitäten gab Bundesrätin Doris Leuthard im September 2018 die Einsetzung einer Expertengruppe bekannt, die unter der Leitung des Bundesamts für Umwelt (BAFU) die Problematik Mobilfunk und Strahlung analysieren soll. Selbstverständlich ist asut in dieser Expertengruppe vertreten und setzt sich für die Anliegen der Branche ein.

Technology is key

Ein erfreuliches Thema ist die Digitalisierung der Schulen. Die von der Fachkommission Bildung entwickelte Idee einer nationalen Plattform zur Förderung guter Projekte konnte verschiedenen Behörden sowie an einem ganztägigen Hearing den beiden Kommissionen für Wissenschaft, Bildung und Kultur präsentiert werden. Auch gibt es bereits politische Vorstösse, die in dieselbe Richtung weisen. Weitere politische Geschäfte betrafen die Umsetzung der Netzsperren im Geldspielgesetz oder offene Fragen beim Vollzug der Fernmeldeüberwachung. Zudem bezog asut Stellung zur Elektronischen Identifizierung (E-ID), zur Nationalen Cyber-Strategie des Bundes, zum neuen Bundesgesetz über elektronische Medien sowie zu diversen Verordnungen.

Die politische Arbeit der asut konnte sich wiederum auf das fundierte Expertenwissen in der Fachkommission Recht sowie weiterer Fachgruppen stützen. In insgesamt 17 Fachgremien tauschen rund 300 Expertinnen und Experten aus dem Kreis unserer Mitglieder Erfahrungen aus oder arbeiten an gemeinsamen Fragestellungen und Herausforderungen. Dabei werden auch konkrete Resultate produziert. So hat letztes Jahr die Fachgruppe Smart Mobility ein Whitepaper «Innovative Mobilität in der Schweiz» veröffentlicht, welches die Erfolgsfaktoren digitaler Mobilitätsdienstleistungen aufzeigt und analysiert. Und die Arbeitsgruppe LoRaWAN arbeitet an einem Leitfaden für Gerätehersteller, damit das lizenzfreie Spektrum nicht unnötig belastet wird. Im Bereich Jugendmedienschutz wurde ein externer Evaluationsbericht zur Brancheninitiative publiziert und die Initiative in wichtigen Aspekten erweitert. So soll beispielsweise auch ein altersgerechter Zugang zu VoD-Angeboten sichergestellt werden. Die Fachgremien der asut stehen allen Mitgliedern offen. Eine Beschreibung der Gremien findet sich auf der Webseite und bei Interesse können Sie sich bei der Geschäftsstelle melden.

Der Swiss Telecommunication Summit gehört zu den Höhepunkten des Vereinsjahres und unter dem Titel «Technology is key» haben sich rund 900 Teilnehmende im Berner Kursaal getroffen. Nicht weniger erfolgreich war die Fachtagung «Future Mobility – Von Treibenden und Getriebenen», die wiederum in Kooperation mit dem Bundesamt für Strassen (ASTRA), der Schweizerischen Mobilitätsplattform (its-ch) und dem Touring Club Schweiz (TCS) durchgeführt wurde. Über 420 Teilnehmende liessen sich von kompetenten Experten über die neusten Entwicklungen der smarten Mobilität informieren und nutzten in den Pausen die Möglichkeit zum Networking. Zudem organisierte die Geschäftsstelle im letzten Jahr drei Lunch-Foren und vier Member-Apéros mit rund 410 Teilnehmenden sowie sieben Anlässe und Konferenzen mit über 500 Teilnehmenden im Rahmen der beiden Mandate «Energie-Effizienz-Kampagne für Rechenzentren» und «Geschäftsstelle its-ch».

Abschliessend möchten wir noch auf das asut-Bulletin hinweisen, das als reine e-Publikation auch auf dem Tablet oder Laptop gelesen werden kann. 2018 wurden sechs thematische Ausgaben publiziert: Von Bildung und Sicherheit über 5G und Blockchain bis zu Connected Living und Digital Health. Die Ausgaben sind weiterhin auf der Webseite kostenlos verfügbar. asut ist zudem auch auf LinkedIn präsent: auf dem asut-Kanal werden regelmässig asut-News veröffentlicht. Folgen Sie unserem Account, damit Sie immer auf dem Laufenden sind.

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